FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE

Am ZKT

Forschungsschwerpunkte am ZKT sind die Biologie der Blutplättchen, die Pathophysiologie von Immunzytopenien insbesondere der Immunthrombozytopenien und die translationale Entwicklung neuartiger immunhämatologischer Therapien.

 

AKTUELLE FORSCHUNGSTHEMEN

Für die Thrombozytenkonzentrate gibt es bis jetzt noch keine alternative Lösung zur Raumtemperaturlagerung, die evidenzbasiert, sicher und besser ist.

Während der Lagerung bei Raumtemperatur verlieren die Zellen nur wenig von ihrer Funktionalität, dafür steigt im Zeitverlauf stetig das Risiko der Kontamination. Die Kaltlagerung stellt eine Alternative dar, aber es gibt keine standardisierte Richtlinie.

Unsere Arbeitsgruppe versucht verschiedene Lagerungsmöglichkeiten, um die optimalen Bedingungen mit optimaler Plasmakonzentration, Aufbereitungsmethode, Lagerungsdauer und Temperatur zu finden. Erste Daten zeigen, dass der Einsatz von kaltgelagerten Plättchen einen großen Fortschritt für die Lagerungslänge, Reduktion der Kontamination und der Plättchenfunktion im Konzentrat darstellt.

Im Fokus unserer Untersuchungen steht die Etablierung von neuen in vivo Modellen zur Antikörper-vermittelten Thrombozyten-Interaktion. Dabei werden Mechanismen erforscht, die die Zerstörung von Blutplättchen bei Immunthrombozytopenien verursachen.

Plättchen werden im Kreislauf durch verschiedene Mechanismen zerstört. Autoantikörper, die von B-Zellen produziert werden, können Phagozytose, Komplementaktivierung, Apoptose und Zelllyse über ihr Fc induzieren. Darüber hinaus konnten wir kürzlich zeigen, dass auch eine Fc-unabhängige Thrombozytenzerstörung von großer Bedeutung ist, die über Desialylierung und Aktivierung Thrombozyten abbaut.

Die Thrombopoese ist der Prozess, bei dem Blutplättchen (PLTs), von polypoiden Zellen im Knochenmark, den sogenannten Megakaryozyten (MKs), freigesetzt werden. Die stromaufwärts gelegenen multipotenten Vorläufer der MKs sind die hämatopoetischen Stammzellen (HSCs) oder CD34+ Zellen. Während des Differenzierungsprozesses betreten HSCs die Osteoblastennische und wandern in die perivaskuläre Nische, um eine vollständige Differenzierung zu erreichen.

Thrombopoietin (TPO) ist das primäre Zytokin, das für die HSC-Differenzierung, die MKs-Reifung und die Aufrechterhaltung normaler PLT-Werte im peripheren Blut verantwortlich ist.

Wir untersuchen molekulare Mechanismen, die die ITP-Autoantikörper auf PLT-Produktion besitzen.

Die Heparin-induzierte Thromboyztopenie ist eine schwerwiegende Arzneimittelnebenwirkung. Unbehandelt führt sie zu thrombembolischen Komplikationen mit tödlichem Ausgang. Ursache ist eine Immunantwort auf das Antigen bestehend aus körpereigenem PF4 und Heparin.

Die Erkennung der Diagnose und Meidung von Heparinen und die sofortige Umstellung auf ein alternatives Antikoagulanz sind für den Patienten extrem wichtig.

Wir beschäftigen uns mit der Prävalenz der Erkrankung und der Verbesserung der Diagnostik, um Fehldiagnosen zu vermeiden und eine frühe effektive Therapie der Patienten mit HIT zu ermöglichen.