BERICHT ÜBER SPENDEREHRUNG

Pressemitteilung: Dutzende Blutspender:rinnen am Weltblutspendetag geehrt. Manche haben schon mehr als 500-mal Blutprodukte gespendet

Silber für Uwe Braun mit 550 Blutspenden - Bildquelle: Nina Sanders
Gold-Spenderehrung für Günther Efinger mit 600 Blutspenden - Bildquelle: Nina Sanders

Die Blutspendezentrale des Universitätsklinikums Tübingen hat am Dienstag, 16. Juni, gemeinsam mit Oberbürgermeister Boris Palmer, Frau Dr. Daniela Harsch, Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums, und Vertretern der Tübinger Tigers mehr als 70 Blutspender und -spenderinnen für vielfaches Blutspenden geehrt. Damit sind sie wahre Lebensretter: Jedes Jahr werden weltweit über 112 Millionen Blutspenden benötigt, mehr als 25.000 Spenden allein in den Tübinger Kliniken.

Sie seien wahre „Tübinger Lebensretter“: Das betonte Prof. Tamam Bakchoul, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Klinische Transfusionsmedizin, als er das Wort an die vielen eingeladenen Ehrengäste der Blutspenderehrung richtete. Denn: jede einzelne Spende kann bis zu drei Leben retten. Da kommt eine ganze Menge zusammen: Allein fast 30 Leute wurden am Dienstag für 100-mal Spenden geehrt, einige sogar für mehr als 500 Mal.

Blutspenden als Ehrenamt

Spitzenreiter mit über 600 Spenden war dabei Günther Efinger. Bereits seit 1983 spende er regelmäßig Blut und Plasma, verrät er. Damals ging seine ganze Klasse – er hat hier in Tübingen seine Ausbildung zum Intensivpfleger gemacht – zum ersten Mal zur Blutspende. „Und ich bin dabeigeblieben“, sagt er schulterzuckend. Er betrachtet die regelmäßige Spende als Ehrenamt, „als mein Beitrag für die Allgemeinheit“. Und ans Aufhören denkt er noch lange nicht: Auf 750 Spenden will er noch kommen, verrät er.

Solche Dauerspender und Dauerspenderinnen sind besonders wichtig, erläutert Prof. Bakchoul. Sie tragen mit ihrer regelmäßigen Spende maßgeblich und verlässlich dazu bei, dass Menschen, die dringend auf Blutkonserven angewiesen sind, die oft lebensrettende Versorgung erhalten können. Dabei geht es nicht nur um Traumata nach Unfällen, sondern zum Beispiel auch um Krebstherapien und Organtransplantationen. Die moderne Medizin habe schon viel geschafft, aber Blut lasse sich nicht im Labor herstellen, so Prof. Bakchoul. 

Die Hälfte der Erstspender und -spenderinnen unter 24

Besonders erfreut ist Prof. Bakchoul daher darüber, dass 2025 rund die Hälfte der mehr als 2000 Erstspender und -spenderinnen unter 24 Jahren alt war. „Das gibt Anlass zur Hoffnung, dass auch in Zukunft noch Menschen bereit sind, Verantwortung für ihre Mitmenschen zu übernehmen, wie Sie.“ Auch Oberbürgermeister Boris Palmer betonte, wie unersetzlich der Einsatz der Spenderinnen und Spender ist. „Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie nicht mit dem Finger auf andere zeigen, die für Sie spenden können, sondern sich selbst bereit erklären“, sagte er. „Es rettet einfach Leben.“

Blutspenden rettet echte Leben

Welche Leben, dafür hatte Dr. Daniela Harsch, Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums, einige aktuelle Beispiele parat: eine 15-jährige Leukämie Patientin, für deren Behandlung allein mehr als 20 Spenden nötig waren, ein vierjähriger Junge, dessen verwachsene Schädelnähte operiert werden konnten, eine 24-jährige Patientin, die aufgrund ihrer Autoimmunerkrankung eine Lebertransplantation benötigte. „Wir sind auf Ihre Spenden angewiesen, dass so eine Operation erfolgreich sein kann“, so Dr. Harsch.

Angst muss man vor einer Blutspende nicht haben, wirbt Prof. Bakchoul. „Es ist nur ein kleiner Pieks.“ Das beweisen die rund 12.000 Spenderinnen und Spender, die 2025 in Tübingen rund 21.800 Spenden abgegeben haben. Man könne diese Spende auch als Brücke sehen, zwischen den Menschen, die gesund sind, und denen die hoffentlich gesund werden. Das beeindrucke ihn noch immer jeden Tag. „Es ist eine Spende für Hoffnung und fürs Leben“, sagt er.

Infos zur Blutspende:

Spenden können alle Personen, die älter als 18 Jahre sind. Das Mindestgewicht liegt bei 50 Kilogramm. Vor der ersten Blutspende wird ein Fragebogen zum Gesundheitszustand, zu Reisen oder vorausgegangenen Impfungen ausgefüllt. Außerdem erfolgt ein Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin. Vollblutspenden können Spendenwillige am Blutspendezentrum Tübingen wochentags von 9 bis 19 (Dienstag 14 bis 19 Uhr) auch ohne Termin. Für die Spende von Plasma oder Thrombozyten ist eine Terminvereinbarung zwingend erforderlich. Ebenso für Gruppenspenden.

Experte: 
Prof. Dr. Tamam Bakchoul
Ärztlicher Direktor
Zentrum für Klinische Transfusionsmedizin

 

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